E-Commerce im Wandel: Plattformstrategie für optimale Sichtbarkeit
Shownotes
Der Onlinehandel verändert sich rasant, aber wo lohnt es sich für Händler*innen wirklich, Zeit, Budget und Energie zu investieren? In dieser Podcastfolge sprechen die Hosts Lisa Haak und Carlo Bellmann mit Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln und Host von „handelbar“, über die Zukunft des Onlinehandels.
Du erfährst, warum Plattformen wie eBay für Händler*innen wichtiger denn je sind, weshalb das Verständnis für Kund*innen, Community und Emotionen im E-Commerce den Unterschied machen und warum der Claim „3, 2, 1 … Wir sind live!“ gerade wieder perfekt in die Zeit passt. Außerdem geht es um Re-Commerce, Live Shopping, KI-Suche, Plattformstrategien und die Frage, wie du als Händler*in auch in einem preissensiblen Markt sichtbar, relevant und erfolgreich bleibst.
Wenn du wissen willst, wie du deine Kund*innen besser verstehst, dein Angebot emotionaler auflädst und die richtigen Verkaufskanäle für dein Business findest, ist diese Folge genau richtig für dich.
Hört rein und lernt dazu!
Wichtige Links
eBay for Business bei Instagram
Mehr Infos zum eBay-Podcast „Alles top. Gerne wieder!“ und zu unseren Podcast-Hosts
Kapitelmarken
00:00:00 bis 00:05:16: Vorstellung von Kai Hudetz & die Zukunft des stationären Handels 00:05:16 bis 00:10:31: E-Commerce im Wandel: KI & steigende Kundenerwartungen 00:10:31 bis 00:14:41: Emotionen, Markenaufbau & warum Persönlichkeit verkauft 00:14:41 bis 00:18:35: Eigener Onlineshop oder Marktplatz – was lohnt sich heute? 00:18:35 bis 00:24:10: Plattformstrategie, Kundenverständnis & neue Vertriebskanäle 00:24:10 bis 00:27:11: Recommerce, Emotionen & die Chancen für eBay 00:27:11 bis 00:31:57: Community, Vertrauen & eBay Live als Einkaufserlebnis 00:31:57 bis 00:35:32: Kundenbindung, Preisfokus & „Gerne nie wieder“ 00:35:32 bis 00:40:37: Recommerce als Wachstumsmarkt & der wichtigste Händlertipp 00:40:37 bis 00:41:37: Fazit, Sommerpause & Ausblick auf die nächste Folge
Transkript anzeigen
Kai Hudetz Ansonsten sehe ich viel, viel permanente Veränderungen, die wir als Konsumenten zum Glück gar nicht so wahrnehmen. Erst wenn man sich mal die Mühe macht und in den Rückspiegel schaut, merkt man das. Ja, ich meine 1999. Wenn du da online bestellt hast, war das Erfolgserlebnis, wenn es überhaupt angekommen ist. Also es hat wirklich funktioniert und irgendwann warst du zufrieden, wenn es innerhalb von ein paar Tagen hier kam. Und jetzt erwartest du eigentlich, dass es am nächsten Tag da ist es ja. Die klassische Haltung. Feust sich vielleicht noch, wenn es am gleichen Tag kommt. Aber eigentlich Selbst damit kannst du schon niemand mehr wirklich begeistern, sondern ist einfach Normalität geworden. Dass du sehr schnell, sehr zuverlässig mit einer sehr hohen Qualität in den Standard Shops und Plattformen als als Kunde dann eCommerce dann auch bedient wirst. #: 4#
Lisa Haak Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Alles Top gerne wieder dem eBay Podcast rund um Handel und eCommerce. Wir sind Lisa Haak und Carlo Bellmann. Der eCommerce ist gerade alles andere als übersichtlich. Viele Händler*innen fragen sich Wo lohnt es sich eigentlich noch, Zeit, Budget und Energie zu investieren? #: 6#
Carlo Bellmann Genau darüber sprechen wir heute mit jemandem, der den Handel seit vielen Jahren beobachtet, analysiert und einordnet. Dr. Kai Hudetz, Kai ist Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts IFH Köln und Host des Podcast handelbar. #: 7#
Lisa Haak Also ja, quasi ein Podcast Kollege. Und mit ihm schauen wir darauf, wohin sich der eCommerce entwickelt, welche Rolle Plattformen künftig spielen. Warum "3, 2, 1 meins" gerade wieder so gut in die Zeit passt und was Händler*innen jetzt tun können, ohne jedem Trend blind hinterherzulaufen. Kai, richtig schön, dass du da bist. #: 8#
Kai Hudetz Ja, Vielen Dank für die Einladung, Lisa und Carlo. Ich freue mich sehr. #: 9#
Carlo Bellmann Bevor wir in die Folge starten, haben wir eine Frage an dich da draußen. Hast du unseren Podcast eigentlich schon auf der Streaming Plattform deiner Wahl bewertet? Das geht nämlich ganz schnell und hilft uns dabei, mit unserem Podcast noch mehr Menschen zu erreichen. Vielen Dank für deine Unterstützung. #: 2#
Lisa Haak Ich glaube, das erste Mal hatten wir so ein bisschen miteinander zu tun, oder? Ich kannte dich zugegebenerweise schon vorher, aber dass wir uns kennengelernt haben, das war zu Covid Zeiten. Und da hattest du mit mir, da haben wir übers Ladensterben, über Innenstädte in Deutschland gesprochen. Das war ja eine super prägende Zeit, die sich ja Gott sei Dank wieder geändert hat. Und deshalb meine Frage zu Anfang an dich Wenn du an Innenstädte und Läden denkst und du müsstest heute ein Ladengeschäft eröffnen, was würdest du verkaufen? #: 9#
Kai Hudetz Oh, das ist echt eine schwere Frage. Ich bin ja oft auch dankbar, dass ich kein Händler bin, weil ich weiß, dass es echt echt schwer ist momentan. Wenn ich hier ein Ladengeschäft aufmachen würde, dann nur was, was ich voller Leidenschaft dann auch machen könnte und auch was mit dem Serviceanteil. Ich glaube, dass tatsächlich die Zeiten, wo du als stationärer Händler jetzt mit mit Ware verkaufen, hier gutes Geld verdienen kannst, die sind vorbei oder die gehen auch für viele zu Ende. Und deswegen wäre es bei mir irgendwas mit Sport. Da gibt es viele Produkte mit Service. Also denken wir an das Thema Tennis. Du brauchst wieder eine neue Bespannung auf dem Schläger, Fahrrad, du brauchst die Inspektion, Skifahren, du musst die Kanten schleifen lassen. Ich glaube, es ist extrem wichtig, wenn ich ein Ladengeschäft hier dann auch aufmache. Und das könnte ich mir ganz gut vorstellen. #: 7#
Lisa Haak Es gibt in Berlin einen Laufladen, den gibt es, glaube ich, ein oder zweimal, und er ist gefühlt immer ausgebucht für so eine Laufanalyse. Also in Laufschuhe, da kann man ja schon mal ein Vermögen investieren. #: 5#
Kai Hudetz Ja, also das ist auf jeden Fall auch ein ganz spannendes Thema. Sieht man, da gibt es ja auch den den Frankfurter Laufshop, der ist ja auch bundesweit sehr bekannt. Da kannst du Events natürlich drum bauen. Du kannst wirklich eine hochwertige Beratung dann auch aufsetzen. Und mit so einem Konzept kann man glaube ich auch noch Spaß haben. Tatsächlich? #: 2#
Carlo Bellmann Und vor allen Dingen, weil du sagst auch Sport. Und mit Sport nimmst du ja meistens auch was Positives wahr. Dementsprechend bist du auch eher gewillt, glaube ich dann als als Kunde Geld auszugeben. #: 4#
Kai Hudetz Also ja, ich kann leicht emotionalisieren. Natürlich, dass das für viele auf dem Hang stehen und runterschauen auf den Tiefschnee und die Sonne glitzert. Das hochemotional ist ein Satz Match oder auch ein Dreisatz Match. Das sind Emotionen, die drin sind. Jeder, der dann mal eben den Halbmarathon im Marathon gelaufen ist, der kennt die Hormone, die ausgeschüttet werden, die Glückshormone, wenn man es dann geschafft hat. Also Sport ist an der Stelle natürlich dankbar, weil es glaube ich, leichter fällt als in anderen Kategorien, diese diese Emotionen dann auch zu wecken. Aber es gibt ja auch andere Bereiche, denken wir an Bücher. Da empfinden auch manche viel, viel Leidenschaft dafür. Manche, gerade Frauen, können sich für Handtaschen begeistern. Es gibt natürlich viele Themen, aber für mich persönlich wäre es tatsächlich Sport. #: 7#
Carlo Bellmann Meine Einstiegsfrage wäre ein bisschen zurückblickend in die Vergangenheit, ohne jetzt eine genaue Jahreszahl zu nennen. Aber wenn du in die letzten Jahre mal zurück guckst und im eCommerce überlegst, was hat sich stark verändert, was aber bei dem Konsumenten vielleicht gar nicht direkt so im Kopf ankommt oder was gar nicht so offensichtlich ist, was sich so stark verändert hat. #: 5#
Kai Hudetz Ja, also das ist ja ganz generell eine Frage Wie stark hat sich eigentlich eCommerce verändert? Über den über den Zeitablauf? Ich hatte ja 1999 das ECC Köln gegründet, da war Amazon noch gar nicht da in Deutschland. Wenn wir uns anschauen, das Shopinterface von Amazon sieht eigentlich noch ziemlich ähnlich aus wie das, was wir jetzt dann auch kennen. Man könnte also glaube ich mit guten Gefühl auch sagen Gut, das ist eher jetzt eine Evolution gewesen. Es wurde dann ganz, ganz vielen Schrauben hier auch gedreht. Ich habe die große Veränderung, die der Konsument, wenn es gut gemacht ist, gar nicht mitkriegt, ist natürlich, dass wir seit dem iPhone zunehmend uns daran gewöhnen, dass alles über Mobile geht. Und damit haben sich natürlich die Interfaces dann doch wieder verändert. Und deswegen ist das wahrscheinlich auch nicht richtig, weil es ist eher eine Evolution. Ich glaube, dieser iPhone Moment, der war schon natürlich prägend. Wir sehen eben schon, welch hohe Relevanz inzwischen der App halt zukommt. Das ist, glaube ich, so, dass das Fundamentalste und ich glaube, jetzt stehen wir eigentlich erst mit dem Aufkommen von KI jetzt in der Suche. Jetzt stehen wir, glaube ich, wieder vor so einem Schritt, der gegebenenfalls wirklich auch auch wieder revolutionär sein könnte. Ansonsten sehe ich viel permanente Veränderungen, die wir als Konsumenten zum Glück gar nicht so wahrnehmen. Erst wenn man sich mal die Mühe macht und in den Rückspiegel schaut, merkt man das? Ja, ich meine 1999. Wenn du da online bestellt hast, war das Erfolgserlebnis, wenn es überhaupt angekommen ist. Also hat man. Es hat wirklich funktioniert und irgendwann warst du zufrieden, wenn es innerhalb von ein paar Tagen hier kam. Und jetzt erwartest du eigentlich, dass am nächsten Tag da ist? Das ja so die klassische Haltung freut sich vielleicht noch, wenn es am gleichen Tag kommt. Aber eigentlich Selbst damit kannst du schon niemand mehr wirklich begeistern, sondern ist einfach Normalität geworden. Dass wir sehr schnell, sehr zuverlässig mit einer sehr hohen Qualität in den Standard Shops und Plattformen als als Kunde, dann eCommerce dann auch bedient wirst. #: 4#
Lisa Haak Und womit begeistert man jetzt? Also ich nehme das auch so wahr. Die Erwartungen an Händlerinnen und Händler im eCommerce sind einfach immens gestiegen. An den Service, den man irgendwie so mit mit an die Hand gibt. Aber was würdest du denn sagen, ist heute so der Standard oder womit setzt man sich dann ab im eCommerce? #: 7#
Kai Hudetz Du hast vorhin ja Corona erwähnt. Mit Corona gingen wir ja in so einen Dauerkrismodus. Ja, dann auch. Aber es kommt immer noch eine Krise dazu. Die Konsumenten sind im Moment enorm verunsichert. Das ist Wahnsinn, was wir in den Zahlen sehen. Jetzt schon sehr konstant über vier Jahre hinweg. Mehr als die Hälfte der Konsumenten hat Angst um ihren Lebensstandard. Das ist natürlich eine Zeit, in der der Preis natürlich brutal in den Fokus rückt. Also Preis ist für viele das oberste Kriterium. Wir sehen in ganz vielen Bereichen diesen Verlust der Mitte. Im EinstiegSsegment, da tummeln sich jetzt viele, weil es versuchen, wirklich sehr, sehr günstige Angebote hier auch zu machen. Wir sehen ja auch die die starke Entwicklung von Schein und Chemo. Die kommt natürlich auch getrieben aus dieser PreisFokussierung, die wir haben. Und auf der anderen Seite. Und da bin ich wieder bei deiner Frage heißt es ja auch wenn die Mitte sich aus Interesse auch wieder nach oben. Eine Chance für die Sachen, die den Leuten wirklich wichtig sind, wo sie sagen Oh, das ist spannend. Was wir eben auch sehen. Kaufkraft ist ja weiterhin vorhanden. Das heißt, die Konsumenten, die sparen zwar, aber sie sind halt sehr, sehr Hybride. Der gleiche Konsument, der sagt Gut, ich, ich spare jetzt bei Lebensmitteln, bucht die teure Flugreise auf die Malediven. Der Konsument sagt nein. Also Essen gehen ist mir jetzt zu teuer. Investiert in eine tolle Skiausrüstung. Also das sind die gleichen Konsumenten. Und deswegen ist immer die Chance da, auch tatsächlich in jedem Segment durchaus auch nach oben hin sich zu entwickeln, wenn ich halt Sachen richtig gut mache. Der Kunde hat ja verstanden, dass es um Preisleistung geht. Also natürlich, wenn du halt wirklich höherwertig verkaufen willst, musst du auch sehr schnell klar machen. Das heißt tolle Produktbilder, tolle Beschreibungen, viele gute Bewertungen haben das, dass es sich lohnt, ein bisschen mehr Geld auszugeben. Und ich glaube, eine große Chance, die ist ja gerade auch ein Thema. So habe ich ja persönlich auch auch Ebay kennengelernt. Ist ja auch die Emotion, also das Emotionalisieren. Und wenn ich für eine Sache brenne, wenn es Leidenschaft dahinter ist, dann habe ich eben eine Chance, hier tatsächlich auch mich nach oben zu entwickeln. Und das ist jetzt die, die die große Chance auch für den Handel, er muss es deutlich machen, warum es sich lohnt, eben in dieses spezielle Produkt zu investieren. #: 9#
Lisa Haak Das heißt, auch Händlerinnen und Händler müssen sich überlegen, wie sie diese Emotionen rüberbringen, wie sie selbst als als Marke irgendwie sich selbst nach vorne stellen, um eben auch die die Unterscheidung klar zu machen. Weil wenn du sagst, die Preissensitivität ist da und Preis Leistung ist aber auch gelernt, da ist ja die Frage Leistung gleich Service oder kauft auch ein Kunde immer wieder bei mir? Ja. #: 1#
Kai Hudetz Ja, also ich glaube das. Das ist natürlich ein Thema der Marke. Wir sehen ja auch das. Wir leben ja auch im Zeitalter der Influencer, die da selber sich zur Marke hin entwickelt haben, die ja selber dann eben dieses Thema Qualität dann auch über Spiegeln, die Vertrauen vermitteln. Ich sage also, wenn das, wenn die dieses Pulver nimmt, dann muss es ja einfach sensationell gut sein. Wenn der diesen Schläger nimmt, dann muss das, muss das ein toller Schläger sein. Und das ist, glaube ich auch die Chance, gerade für die für die kleineren Händler eben Persönlichkeit hineinzubringen. Im Rückspiegel betrachtet ist ja auch die Geschichte des eCommerce eine Geschichte voller Missverständnisse. Es gab genug Experten, zu denen habe ich zum Glück nicht gehört. Die Seite der Der Buchhandel wird komplett verschwinden. Das wird alles nur noch online gemacht werden. Warum? Weil ich meine, bei Amazon kriege ich dieses Buch in aller Regel das gleiche Buch schneller nach Hause geliefert, als ich mir das irgendwie besorgen kann. Warum sollte es da noch Buchhandel geben? Was wir sehen ist, dass es dass es überhaupt nicht richtig war, sondern wir sehen noch jede Menge kleine Buchhandlungen, die sich vielleicht spezialisiert haben, die vielleicht einen besonderen Service anbieten, die vor allen Dingen von der Persönlichkeit, in aller Regel auch das des Inhabers leben, der dann eben doch eine tolle Buchempfehlung geben kann, abseits des Mainstreams. Und diese Chance, die Persönlichkeit einzubringen und damit eben auch Qualität zu signalisieren. Ich glaube, das ist eine ganz wichtige für den Handel die Die handelnden Akteure werden immer wichtiger. Und entweder kann ich das über eine Marke machen, wenn ich groß bin. Aber für die kleineren Händlern heißt das die Persönlichkeit. Das muss wirklich authentisch sein. Der Auftritt muss vom Ladengeschäft bis hin den Onlineauftritt halt authentisch und einheitlich sein. #: 4#
Lisa Haak Und ist Ebay da für dich ein Marktplatz, der es erlaubt, das zu tun, Authentisch zu sein, Marke zu werden? #: 1#
Kai Hudetz Also ich habe ja. Ja, also die kurze Antwort wäre jetzt ja, aber. #: 7#
Lisa Haak Dann hören wir jetzt genau hier auf. #: 2#
Kai Hudetz Okay? Aber ich glaube. Warum ist das so? Das war natürlich. Das war ja ein Stück weit auch auch ein Nachteil in dem Rückspiegel betrachtet, weil als als Ebay schon groß war in Deutschland, war Amazon noch gar nicht da und Amazon hat ja dann sehr. Als Sie den Marketplace gemacht haben, haben sie ein sehr starkes Konstrukt aufgesetzt und haben die angeschlossenen Händler dann sehr, sehr starken Regularien dann auch unterworfen. Das funktioniert für Amazon sehr gut, weil sie, weil sie eben dieses einheitliche Leistungsversprechen damit über einen langen Zeitraum dann auch aufrechterhalten konnten. Stoßen jetzt natürlich auch an, auch an Schwierigkeiten. Das ist klar mit vielen Anbietern aus China. Ich glaube, bei Ebay hast du eben viel mehr Freiheiten an der Stelle. Und das ist natürlich für den Händler jetzt die Chance, sich zu differenzieren, weil eben auf anderen Plattformen ist es ja häufig nur Preis Verfügbarkeit. Das ist das, was du halt anbieten kannst, wenn du gar keine eigene Sichtbarkeit hin zum Kunden hast. Und du bist eben nicht in der Box drin. Und du bist eben nicht von der Lieferfähigkeit da. Dann geht es halt nicht weiter. Und insofern glaube ich, ist das jetzt aber die die Chance für Händler auf anderen Plattformen, so wie wir sie hier jetzt mit Amazon thematisiert haben, ist aus meiner Sicht eine Plattform nur für Hersteller, wo ich sage, da können Hersteller rein liefern, die können sich über das Produkt definieren, aber für den Händler, der kann da aus meiner Wahrnehmung heraus wenig anbieten, wenn er mit vergleichbaren Produkten handelt. #: 7#
Lisa Haak Eine Frage dazu noch, weil auf Plattformen sich herauszustellen und eigene Marke zu sein und eben nicht nur die Box zu sein und nicht über Verfügbarkeit und Preis sich zu definieren, wie du es gesagt hast. Das kann ich doch durch einen eigenen Onlineshop super gut machen. Was ist deiner Meinung nach dir der Vergleich zu. Überhaupt auf Plattformen sein und nicht nur im eigenen Shop, Weil da kann ich wirklich alles definieren. #: 7#
Kai Hudetz Ja das das stimmt. Und man konnte in den in den 90er und Anfang der 2000 Jahre auch mit dem eigenen Onlineshop sehr, sehr erfolgreich sein. Inzwischen ist das zum einen ein Haifischbecken. Also wir haben. Wir haben ja nur noch hochprofessionell agierende. Das sind keine Hobbyanbieter mehr, sondern es sind hochprofessionelle Akteure und zum anderen eben ein hochkonzentrierter Markt. Wir sehen ja in Deutschland auf die Top zehn Anbieter fallen über 90 % des Umsatzes. Und irgendwann wird das halt sehr, sehr kleinteilig. Und das wird inzwischen sehr schnell sehr kleinteilig. Das heißt, die alle kleineren Anbieter sind darauf angewiesen, dass sie auch über Plattformen hier agieren. Natürlich ist es am schönsten, wenn man sämtliche Freiheitsgrade hat und deswegen ist der Shop Aus meiner Sicht auch nach wie vor wichtig, auch als Kundenbindungsinstrument, dann im Nachgang. Aber mit dem Shop werde ich halt nicht mehr in der Lage sein, im Normalfall die Sichtbarkeit hier dann auch herzustellen. Und das wird aus meiner Erwartung heraus. Wir beginnen ja erst zu verstehen, wohin das jetzt gehen könnte. Jetzt, durch die neuen Entwicklungen mit mit ki basierter Suche wird das noch stärker befeuert werden. Weil bei Google wir haben uns ja gewöhnt, dass das Produkt Suche entweder bei Ebay, bei Amazon direkt auf der Plattform oder dann eben bei Google stattfindet. Und da hatte ich vielleicht noch eine Chance. Wenn ich zumindest bei der richtigen Kombination der Suchbegriffe auf der ersten Seite war, haben wir vielleicht nicht den ersten genommen, sondern den zweiten und dritten. Bei einer KI basierten Suche ist das ja noch viel gnadenloser. Und ich verstehe dann auch gar nicht. Also da geht es dann nicht mehr, weil dann bin ich halt entweder bei den Vorschlägen dabei, die der mir am Anfang gibt oder eben auch nicht. #: 1#
Carlo Bellmann Noch mal den Punkt aufzunehmen mit der KI und der KI suche. Glaubst du? Du hast ja auch gesagt, wie wichtig es ist, dann auch einen Marktplatz zu suchen, wo du deine Anzeige individualisieren kannst und dich abheben kannst? Glaubst du, du kannst damit auch die KI beeinflussen? Und dein Suchergebnis? #: 9#
Kai Hudetz Ja, das ist ja jetzt das. Das versuchen wir ja erst zu verstehen. Wie kann ich die denn eigentlich beeinflussen? Ich erinnere mich an einen in einem SEO Zeitalter, als es so begann. Es gab einen Wettbewerb, der hieß Blaue Tomate. Und da ging es darum, deine Seite so zu optimieren, dass du eben bei dem Begriff blaue Tomate, der relativ ungewöhnlich ist, ja dann auch auch gefunden wirst. Du hattest jede Menge Schräubchen und damals, gerade am Anfang, als die Suchmaschinen aufkamen, gab es ja jede Menge Tricks, wie du die dann überlisten konntest. Und deswegen dann halt auch weit oben dann gefunden wurde. Das wurde ja dann immer immer schwerer, weil die Suchmaschine immer besser verstanden hat letztlich Relevanz zu zeigen. Und darum geht es ja am Ende des Tages. Wir, wir könnten, glaube ich, gut die die These vertreten, dass ja eine KI, wenn sie, wenn sie ausgereift ist, wenn sie gut ist, eigentlich dann die gleichen Kriterien dann auch anwendet für Relevanz, wie wir es machen. Das sollte sie ja dann eigentlich. Und dann müsste ja genau deine These richtig sein. Dann sage ich ich kann auch über die über die harten Faktoren nämlich tatsächlich die der Preis und die Verfügbarkeit, dann noch weitere Faktoren ins Feld führen, die mir eben auch als Mensch wichtig sind. Aber ob das so eintritt und in welcher Geschwindigkeit das eintritt, das muss man jetzt tatsächlich auch erst erst abwarten. #: 0#
Carlo Bellmann Weil wir jetzt gerade schon bei der Plattformlandschaft sind. Kai, wann würdest du raten, mit einer zweiten Plattform auch zu starten? Oder was ist, was ist deine Theorie? Wie früh oder wie zeitig sollte man sich nicht nur auf eine Plattform fokussieren? Und was ist vielleicht auch das Risiko, wenn man zu sehr auf eine Plattform geht? #: 3#
Kai Hudetz Wir wir kommen ja nicht umhin. Natürlich müssen wir bei einem Marktanteil jetzt in Deutschland von über 60 % bei Amazon natürlich sein. Klar setzen sehr viele auf Amazon hier auch darauf, weil sie eben Reichweite jetzt auch herstellen können im Massenmarkt. Wer sich ausschließlich auf Amazon verlässt, das ist natürlich ein sehr, sehr schmaler Grat. Nichts gegen Amazon. Ich liebe sie auch als Kunde, Aber ich würde das als Anbieter nie machen. Weil Unabhängigkeit ist ja nie gut. Also man muss immer auf mehreren Standbeine hier dann auch stehen. Du brauchst immer mindestens eine Plattform zusätzlich, eher noch eine zweite, weil du natürlich auch. Die Sichtbarkeit auf so einer Plattform kann ganz schnell nach unten gehen. Und wenn du abhängig bist von dieser einen Plattform, ist das für dein Geschäftsmodell natürlich kein guter Zustand. Also ich würde mir sehr genau anschauen, natürlich, in welchen Segmenten sind auch andere Plattformen stark? Amazon in Deutschland natürlich schon jetzt die klar die Nummer eins. Aber wir haben natürlich auch ein Kaufland, beispielsweise jetzt, wenn wir diesen Massenmarkt anschauen. Und wir haben eben Ebay, die, die glaube ich, im Moment auch wieder in eine ganz andere Richtung hier dann auch steuern, sich viel stärker abgrenzen von Amazon, als das in der Vergangenheit dann auch der Fall war. Und deswegen glaube ich, gehört zu einer zu einer klaren Strategie, wie ich online erfolgreich sein kann. Ich brauche meinen eigenen Shop aus der Warte, wie wir es eben diskutiert haben. Wenn ich Hersteller bin, brauche ich auf jeden Fall Amazon, wenn ich Händler bin, vielleicht, weil ich da eben auch für gewisse Produkte eine Chance habe. Und dann würde ich mir eben anschauen, eBay und und vielleicht eben auch noch. Noch ein Kaufland. Und dann heißt es dann auch noch die Frage Aber das sind wieder andere Plattformen. Gegebenenfalls kann ich ins Ausland hier gehen. Auch das ist ein Thema, wo der Händler heute keine Chance mehr hat. Das selber mit seinem eigenen Onlineshop International kannst du vergessen. Da brauchst du auch wieder die entsprechende Plattform. #: 5#
Lisa Haak Also Plattform auch so ein bisschen als SkalierungsHebel, nicht nur im Land, sondern auch ins Ausland. #: 9#
Kai Hudetz Unbedingt. #: 7#
Lisa Haak Bevor wir darauf eingehen. Kai, du hast gerade, wie ich finde, was sehr, sehr Spannendes gesagt. Wir reden relativ häufig darüber, dass man sich daran orientieren soll, was Kundinnen von uns eigentlich wollen, wo sie sich bewegen. Und ich habe oft Gespräche mit Händlerinnen und Händlern, die sagen Boah, ich bin eigentlich nur noch auf Amazon, weil ich, weil ich das sein muss, weil ich dort einfach auch den Umsatz mache. Wenn ich könnte, würde ich das einfacher auf andere Plattformen schieben. Das ist immer ein schwieriger Punkt, da so weiter zu argumentieren, weil es ist ja nicht einfach. Na dann. Dann mach doch mal! Was gibst du denn in solchen Momenten Händlerinnen und Händlern mit, die sagen Ja, okay, das ist schön, dass du mir Amazon nicht empfiehlst jetzt. Aber wie mache ich es dann auf anderen Plattformen richtig? Oder wie finde ich denn jetzt die Plattform, auf der ich dann den Ausgleich dazu finde? #: 7#
Kai Hudetz Ja, das geht ja nur über ein tiefes Kundenverständnis. Also wir müssen einfach verstehen als Händler, wo sind unsere Kunden unterwegs? Und dann natürlich muss ich versuchen, dort auch dann abzufischen. Und das kann eben für den Händler, wenn ich sage und das hier, wenn überall weit über 60 Milliarden jetzt an die 70 Milliarden € jetzt über Amazon gehen, macht das natürlich irgendwo Sinn, sich damit zu beschäftigen. Kann ich da was machen? Aber man wird ja dann feststellen, die Produkte, die dann wieder drauf sind. Das bieten andere auch schon an und die bieten die vielleicht zu Preispunkten an, da habe ich eh keine Chance. Also kann das keine Strategie in dem Fall sein, sondern ich muss natürlich immer gucken auf den Plattformen. Ich finde die Social Media Plattformen sehr auch sehr interessant. Also wenn wir auch denken, Tiktok ist jetzt auch ein Thema, beschäftigen sich vielleicht viele Händler noch nicht so stark damit, gerade kleinere. In Wirklichkeit haben wir gesehen, auch der Tiktok Shop hat durchaus schon in dem ersten Jahr hier ein gewisses Volumen auch schon erzielt. Tiktok ist eine Plattform, auf der man sehr schnell von einem vom vom Produkt hin zum Kauf kommt. Das nehmen wir von allen Social Media Plattformen. Geht das dort am am schnellsten? Ich muss einfach da sein, wo die Kunden sind. Das ist ja die die Kunst, wo die Kunden nicht nur sind, sondern sich auch für meine Produkte interessieren. Und da kommt er dann, der Match. Und wenn das funktioniert, dann muss ich dann verstehen, Über die Plattform hat jede Plattform natürlich andere Mechanismen und manche Plattformen so wie ihr, wenn ich das so von außen verstanden habe, die bieten ja dann auch Support für die Händler, um dieses Potenzial auszuschöpfen. Aber auch ihr könnt natürlich nichts ausschöpfen, wenn da jetzt für diese Produktkategorie nichts da ist oder zu viel Wettbewerb da ist auf vielen Plattformen. Das ist ja auch das Thema von von, von Amazon, hast du einfach so viele Anbieter aus aus China, die zu Preispunkten dort anbieten? Da nützt dir es auch nichts, wenn die Kunden da sind und und diese Produkte, die ja auch rollen, weil du da nicht wettbewerbsfähig dann auch bist. Also man ist dann schon darauf angewiesen, tiefes Kundenverständnis und dann zu verstehen, wie funktioniert dieser, dieser Transaktionshebel Und das können auch kleine schaffen. #: 4#
Lisa Haak Und du musst deinen eigenen Weg finden. Ich glaube, du hast es vorhin so angeschnitten wir bei Ebay bewegen uns auch in unterschiedliche Richtungen. Es gibt Marktplätze, auch super viele Nischen, Marktplätze, die in den letzten Jahren irgendwie wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Und ich finde es wichtig zu schauen, wo hat mein Inventar eine Lücke auf der Plattform, wo spreche ich meine Kundinnen an und verstehe die dann da auch und kann eine Experience schaffen, die dort gefragt wird. Und wir wissen, dass wir bei Ebay in vielen Bereichen sehr, sehr stark sind, also Autoteile. Alles was den Recommerce angeht. In verschiedenen Fashion Bereichen sind wir super stark und ich glaube, man muss, wenn man sich Plattformen oder die Plattform Landschaft anschaut und auch dann im Vergleich zu eventuell im stationären Geschäft oder einem Onlineshop für sich einfach so seinen Weg finden, wo man Zeit und Energie reinstecken kann und dann den den Umsatz dann rausholt, oder? Und sich die rauspicken, die man nach und nach angeht. #: 3#
Kai Hudetz Absolut. Und ich habe bei bei Ebay. Also das Thema Re Commerce ist ja meine ich massgeschneidert jetzt für Ebay. Und da reden wir über den Markt inzwischen in Deutschland 16 Milliarden € jetzt rein. Jetzt der B2c Commerce. Das ist ja, das ist ja ein ordentliches Volumen. Und wir sehen auch hier, dass das viele Händler eben nicht schaffen, aus einer eigenen Kraft jetzt in den Re Commerce dann auch anzuschieben. Da musste ja schon auch eine Skalierung hinkriegen. Es macht ja keinen Sinn, jetzt einmal im Monat da so ein Gebrauchtkleid hier dann auch zu verkaufen. Also da brauchst du dann auch wirklich eine, die die Plattform, die die, die da Schwung reinbringen kann. Und ich glaube eben das Thema Emotionalisierung. Also ich bin ja quasi sozialisiert worden, groß geworden hier mit mit 321 meins. Und Das ist ja wirklich ein Claim, der der, der sich tief eingebrannt hat. Warum? Weil er eben gezeigt hat, dass es abseits. Ich habe das. Am Anfang dachte ich Ja, klar. Der Staat hat ja viel über den Auktionsmechanismus damals gesprochen und was der dann so macht mit den, mit den Preisen. Aber das eigentliche Spannende war ja nicht der Preis, sondern war die Emotion, die ich da ausgelöst habe. Und das ist natürlich eine große Chance für den für den Kunden, der, der eben was Spezielles sucht, mit dem man sich da auch wirklich identifizieren kann. Das ist jetzt für so ein Ladekabel vielleicht nicht so fürchterlich spannend, wenn es um die Verbrauchsgüter geht, aber für viele Produktkategorien bietet das, glaube ich. Diese zwei Richtungen bieten, glaube ich, eine sehr große Chance. #: 3#
Carlo Bellmann Kai Um da noch mal drauf zu klicken Welche Rolle spielt neben der Emotion vielleicht auch noch die Community, die jetzt noch dazukommt? Vielleicht zukünftig für den Onlinehandel. #: 4#
Kai Hudetz Ja, also Community war auch da, muss ich auch sagen, weil bei Ebay ja auch die ersten, die mir das deutlich gemacht haben. Auch damals haben wir ja über über die Bewertungssysteme ja auch auch gesprochen, die ja Vertrauen vermitteln. Also eine Community vermittelt zum einen Vertrauen, wenn du eben aus der Community raus Hinweise bekommst, wenn du da Bewertungen kriegst. Den vertraust du. Und das ist natürlich auch dieses ist ein Kundenbindungsfaktor Community. Und deswegen glaube ich schon, es ist auch ein Thema, was emotionalisieren kann. Also ich glaube, da kommen schon viele Sachen hier zusammen und ich glaube, es lädt dann auch diese Community auf ein Thema. Was ganz wichtig ist, ist das Thema Vertrauen. Das ist das. Das muss ja eine Plattform. Muss ja immer in beide Richtungen vertrauen hier vermitteln also das Vertrauen, dass das, dass man fair umgeht mit dem Anbieter und auf der anderen Seite, dass der Kunde, dass er einen sicheren Kauf tätigt, dass sich darauf verlassen kann. #: 9#
Carlo Bellmann Würdest du sagen, dass auch jetzt eBay LIVE zum Beispiel schon in die Richtung auch Communityaufbau gehen kann, dass man auch über ein Live eine Community als Seller aufbauen kann? #: 5#
Kai Hudetz Ja, also ich ich halte live. Das ist, das ist ja auch ein sehr spannendes Themenfeld. Es ist emotional. Viele hatten sich da sehr viel versprochen während der Pandemie, waren dann auch ein bisschen enttäuscht, muss man sagen, weil die als dann nach der Pandemie dann auch relativ schnell auch wieder abgeflaut ist von den Formaten. Auf der anderen Seite haben wir doch in Deutschland eigentlich eine sehr starke Liveshopping Kultur, weil wir neben dem klassischen Versandhandel, der uns ja auch geprägt hat durch die Handelslandschaft, haben wir ja auch die Teleshopping Anbieter, die ja letztlich Liveshopping Rund um die uhr dann auch zelebriert haben. Auch über viele Jahre hinweg mit sehr großem Erfolg. Jetzt kommen natürlich Zielgruppen ran, die für die analoges Fernsehen wirklich. Mottenkiste hier dann auch ist. Da musst du neue, frischere Formate hier machen. Und ich glaube, es ist gerade für jemand, der es authentisch anbieten kann. Und da sind wir eben wieder bei der 321 Mainz Geschichte. Du musst es halt wirklich authentisch. Das darf nicht aufgesetzt wirken. Aber dann ist es, glaube ich, eine echte, eine echte Chance, dass mit Events, mit Community dann auch zu verknüpfen. Ich halte das für ein sehr, sehr spannendes Format, um tatsächlich zu emotionalisieren, um um die, die die Produkte dann wirklich aufzuladen, emotional dann auch aufzuladen. Und ich gerade in der Verknüpfung dann eben mit Community, mit Events, mit Authentizität, Authentizität. #: 4#
Lisa Haak Mein Horrorwort im Podcast. #: 8#
Kai Hudetz Ja, ja, meins auch, aber ich habe es jetzt leider doch schon angefangen. Werde es aber für die Zukunft jetzt hier doch tunlichst unterlassen. Aber wenn es eben authentisch ist. Das ist das, was eben wirkt. #: 1#
Lisa Haak Ich freue mich so sehr, dass wir mit eBay LIVE einfach was schaffen, was ja auch so ein bisschen die Nostalgie eBay zurückholt bzw ins Jetzt und damit so in die Zukunft gehen kann. Und musste so schmunzeln, so von drei zu eins meins geredet hast, weil das natürlich auch der Slogan ist, mit dem ich aufgewachsen bin bei Ebay. Und ich habe 2013 angefangen, dass gefühlt eine Ewigkeit her. Und jetzt ist dieser Claim zurück in unserer großen Kampagne, die wir Gelauncht haben im Kontext von von eBay Life. Und ich finde das so unfassbar spannend, weil es zum einen irgendwie emotionalisiert und auch so dieses eBay LIVE. Emotionen in diesen Livestreams. Ich weiß nicht, was sicherlich schon mal in einem unserer Livestreams. Das ist ja total faszinierend, wie die Community sich dann mittlerweile kennenlernt, wie sie sich austauschen, wie sie sich gegenseitig Nachrichten dann auch in diesen Chat schicken, die Herzen rumfliegen und du merkst, dass die selber, die dann da im Livestream vor der Kamera stehen. Die stehen einfach hinter dem Verkaufen, die stehen hinter dem Produkt und es wird so entertainy. Also es ist Emotion pur, finde ich. Und du hast vorhin gesagt, ja, Ebay bewegt sich so in eine andere Richtung. Für mich ist es gar nicht mal so groß anders, sondern wir. Wir setzen einfach noch mal einen drauf auf das, wie man uns kennt oder wie wir, wie wir lange auch irgendwie gesehen wurden, mit Live und der Kampagne. Und trotzdem, ja dem offenen Marktplatz, auf dem man viel kaufen kann, auch wenn man nicht im Live ist. Ja. #: 8#
Kai Hudetz Ja, also ich glaube, es ist in der Tat Ein guter, guter Verknüpfung aus Back to the Future. Also dann tatsächlich hier das von den Anfängen hier zu nehmen, aber eben nicht eins zu eins, sondern hier dann auch nach vorne entwickelt. Weil natürlich ist Tradition auch kein Geschäftsmodell und es geht nicht darum, nostalgische Gefühle von Älteren dann auch zu befriedigen, sondern es geht tatsächlich darum, halt Kundinnen und Kunden auch zu motivieren, Sachen zu kaufen, die sie halt nicht zwangsläufig zum Überleben benötigen. Also davon lebt der Handel. Manche machen es dann eben über den Preis. Die meisten machen es im Moment eben sehr stark über den Preis. Aber ich sage immer Preis ist kein Kundenbindungsfaktor. Das ist das eine. Du kaufst, wenn du den günstigsten. Wenn du heute den günstigsten Preis, dann eben hier dann auch zahlst, hast du die Erwartungshaltung, dass du es morgen auch machst. Und wenn jemand anders das dann eben im günstigen Preis hat, bin ich halt dort. Also das ist was, was oft dann auch vergessen wird, dass der Kunde, den du dir über den Preis holst, der bleibt in aller Regel auch nicht, auch nicht bei dir. Und wir müssen uns daran gewöhnen, dass aus Fernost kommt Ein Anbieter nach dem anderen. Der, der preislich in anderen Liga spielen und auch zukünftig spielen wird. Die Regularien da der der EU kommt alles zu spät und alles zu schwach. Das kann ja diese Unterschiede hier gar nicht wettmachen. Die Preisführer kommen aus anderen Ländern. Also müssen wir pfiffiger sein, innovativer sein, emotionaler sein, besseren Service anbieten und und und. #: 1#
Lisa Haak Ich würde gerne eine Rubrik mit dir durchgehen, analog zu unserem Podcast Namen Alles top. Gerne wieder haben wir die Rubrik Gerne Nie wieder. Und dort geben wir unseren Gästen die Möglichkeit, Dinge in der Vergangenheit zu lassen. Du hast also jetzt die Chance, uns etwas zu nennen, wo wir danach sagen Gerne, Nie wieder. #: 8#
Kai Hudetz Also ich betreibe ja ungerne Bashing, aber ich finde Plattformen aus Drittstaaten, die Produkte im Centbereich eher nach Deutschland einfliegen lassen, da bei jeglichen Nachhaltigkeitsgedanken mit mit Füßen treten. Das finde ich eine Entwicklung, die finde ich wirklich bedauerlich. Also am Ende des Tages hier davon lebt, dass Leute hier wirklich ein Schnäppchen schießen zulasten der Nachhaltigkeit. Also da haben wir ja nicht nur den ökologischen Faktor, sondern wir müssen ja auch sehen, unter welchen Arbeitsbedingungen ein Rasenkanten Stecher für 0,89 € dann eben auch hier hergestellt worden sein, um dann eben nach Deutschland eingeflogen zu werden. Also das würde ich gerne nie wieder sehen. Habe nur leider nicht die Hoffnung, dass das passieren wird. #: 0#
Carlo Bellmann Das schneidet ja eigentlich auch das Thema an, was wir schon kurz thematisiert haben das Thema Re Commerce auch so ein bisschen, wie man vielleicht dagegen angehen kann. Wo ja auch Ebay würde ich sagen, eine Plattform ist, die das definitiv auch auch pusht. Vielleicht auch für die Zuhörerinnen draußen. Wie würdest du Recommerce definieren? Und als Anschlussfrage Warum ist es immer noch so schwer für Händler und Händlerinnen, im eCommerce durchzustarten? Und was macht es so schwer, auch da zu skalieren? #: 5#
Kai Hudetz Zunächst mal von der Begrifflichkeit her was Was verstehen wir als als eCommerce? Zunächst mal wir sehen dann nur als als IFA Köln. Wir sehen dann nur den gewerblichen Teil des Marktes, also Commerce dann eben, wenn wenn Händler ihre Warenverkaufen. Und zwar dann eben nicht die Neuware, sondern Gebrauchtware im Sinne von tatsächlich zuvor retournierter war. Gebrauchter war aber auch auch dann die eins B Ware. Dann eben Produkte jetzt Mängel aufweisen, Vorführprodukte etc. also all das, was eben nicht als Neuware in den Markt, daneben auch auch reinkommt. Das ist das, was wir, was wir darunter zu verstehen. Wie ich schon sagte, ein Markt, der in den letzten Jahren eine sehr schöne, sehr starke Entwicklung genommen hat. Warum natürlich auch da getrieben. Einerseits durch den Preis. Wir sehen, dass es für viele dann eben die Alternative, entweder Schrott auf anderen Plattformen, vielleicht dann zu kaufen oder dann eben ein Markenprodukt, was man kennt, den man vertraut in der Qualität und das dann halt nicht neu ist. Aber das spielt bei vielen Produkten ja gar nicht mehr die große Rolle. Sieht man bei einer Handtasche beispielsweise den allermeisten Fällen überhaupt nicht. Ob das jetzt eine, ob das jetzt Neuware war oder dann eben Gebrauchtware. Und selbst bei elektronischen Produkten sind ja in vielen Bereichen, denkt man an die Smartphones, die die Innovationssprünge inzwischen doch so klein, dass das nicht mehr so ist. Früher wusste man immer genau, wann das neue iPhone rausgekommen ist, weil es lag dann bei irgendeinem schon deutlich sichtbar dann auf dem Konferenzraum Tisch und hat dann deutlich gemacht, dass jetzt wieder die nächste Stufe hier ansteht. Diese Zeiten sind ja auch vorbei. Da kann man dann auch sagen, wo bei den Preisen nämlich eines, was dann eben ein Jahr schon in Gebrauch war Mach hier ein Gutes, mach hier ein gutes Angebot. Also insofern ist das eine Entwicklung, die die stark ist, die jetzt bei 16 Milliarden hier auch liegt und die natürlich auch Begehrlichkeiten weckt. Warum ist es aber so schwer, diese Begehrlichkeiten dann auch zu befriedigen und zu sagen Gut, ich, ich baue mir hier ein stabiles Geschäftsmodell dann eben auf, auch mit mit, mit Gebrauchtware, weil du dafür natürlich auch skalieren musst. Du brauchst einen sauberen Prozess. Du musst ja, egal in welchem Bereich das ist. Du musst ja gucken, dass ein Handy, was du irgendwie hast, dass es wieder aufbereitet wird, dass es dann eben in den wieder in den Verkehr gebracht werden kann. Genau so sieht es dann eben auch bei Brautkleidern. Bei Handtaschen, bei whatever brauchst du einfach einen sauberen Prozess und die. Die Rückkosten für diesen sauberen Prozess lohnt sich im Normalfall halt auch nur, wenn das dann keine Einzelaktionen bleibt, sondern wenn du da auch wirklich dann skalieren skalieren kannst. Und deswegen glaube ich auch hier, das hat ja einen Grund, warum wir auf der einen Seite dieser sprach es vorhin ja auch schon an, dass wir da ja nebenbei auch noch Spezialanbieter in Nischen hier dann auch haben. Momox Jetzt das. Beispielsweise der der Heiner Kroke, der frühere CEO. Der kann ja auch von euch, die haben das ja in dem Buch Bereich glaube ich auch ganz gut jetzt skaliert und wir sehen, dass eben Händler sind da dran. Das ist ja auch total naheliegend, wenn man im Fashionbereich denkt mit den Retouren Quoten von 50 %, teilweise mehr. Da war der Händler ja schon bislang darauf angewiesen, dass er diesen Prozess im Griff hat. Und jetzt muss er versuchen, das eben so im Griff hat, dass dann eben diese Waren auch wieder gut zur Verfügung gestellt werden. Und da wird er in aller Regel wird er dann eben auch auf die Plattformen zugehen, weil es nur für sehr wenige Anbieter glaube ich, reichen wird, dass sie da genug eigene Kapazitäten haben, um um das abzuwickeln. #: 8#
Carlo Bellmann Kai Wenn du Händler und Händlerinnen einen einzigen Rat Es darf nur ein Rat sein geben könntest, wie sie erfolgreicher sein können in den nächsten zwölf Monaten. Welcher Rat wäre das? #: 5#
Kai Hudetz Das ist natürlich in so einer komplexen Welt, in der wir leben, echt eine fiese Frage. Brutale KundenFokussierung. Aufbauend auf den extrem tiefen Wissen über die Kunden. Du musst unheimlich viel wissen heute. Kundenbedürfnisse werden immer heterogener, werden immer differenzierter, wie wir es ja thematisiert hatten. Der hybride Kunde ist nicht nur Realität, er ist die absolute Normalität. Und dann geht es nur noch über einen Kunden. Wissen, tiefes Kunden Wissen und du musst sehr, sehr flexibel darauf auch reagieren können, weil sich eben diese kundenbedürfnisse. Die Trends werden immer schneller und du musst sehr schnell sein und deswegen tiefes Wissen von den Kunden und Kunde, Kunde, Kunde. #: 0#
Lisa Haak Kunde, Kunde konnte und die Plattformen kennen, auf der ich meinen Kunden dann finde und anspreche. Ich glaube, wir haben ganz viel zusammengefasst heute, was Händlerinnen und Händler sich zu Herzen nehmen können. Vielen, vielen Dank, Kai. Aber wir müssen so langsam sagen Time to say goodbye. Keine Sorge, ich fang nicht an zu singen. Das erspare ich uns allen. Aber wir müssen uns trotzdem verabschieden. Und das nicht nur für heute hier aus dem Podcast, sondern auch in die Sommerpause. Denn alles top gerne wieder. Macht für ein paar Wochen Urlaub und ist am sechs und 20. August wieder da. Passend mit unserem letzten Halt unserer eBay on Tour. Da sind wir nämlich in Hamburg vor Ort. Kann sich auch jeder noch anmelden, der vorbeikommen möchte? Carlo Wir sind im Stadion vom HSV. Da bist du als eingefleischter Fan doch bestimmt auch mit dabei, oder? #: 2#
Carlo Bellmann Das schönste Stadion in ganz Deutschland. #: 6#
Lisa Haak Sehr schön. Das debattieren wir in einem anderen Podcast. Hi, vielen, vielen Dank für all die Insights, die du mitgebracht hast. Wie immer hervorragend mit dir zu sprechen. Danke. #: 1#
Carlo Bellmann Kai, vielen Dank. #: 0#
Kai Hudetz Ich danke euch. Hat Spaß gemacht. Danke schön. #: 1#
Lisa Haak Danke. #: 8#
Neuer Kommentar